Ausflug nach Chania und Argiroupoli

Beim Frühstück ergibt sich für mich die Gelegenheit, drei andere Hotelgäste bei einem Ausflug nach Chania und Argiroupoli zu begleiten. Chania entpuppt sich als große Stadt mit einer wunderschönen venezianisch - türkischen Alststadt. Mir gefällt die Stadt noch besser als Rethimno.

Als wir so mehr oder weniger planlos durch die Viertel streiften, sprach uns eher unerwartet ein älterer Herr an, der mit seinem blauen Hemd und dem Halstuch eher wie ein Pfadfinder auf Kekskäuferfang wirkte. War er aber nicht, sondern ein pensionierter Lehrer aus Jena, der mit dem Ruhestand seiner Leidenschaft für die minoische Zeit und die Archäologie frönt. Entsetzt über unsere unbekümmerte Ahnungslosigkeit gab er uns eine exklusive Führung über den Kastellig-Hügel, zeigte uns die Reste des Statthalter-Palastes, dessen Steine inzwischen in den anderen Häusern verbaut wurde, und eine besonders schöne Stelle für Mittagspause mit herrlichem Blick auf den alten Hafen.

Nach der Mittagsrast gehts weiter ins Landesinnere, nach Argiroupoli. Wie sich herausstellt, leben in dem Örtchen entfernte Verwandte unseres Fahrers, wir kehren natürlich kurz dort ein, werden zu Raki, Zigaretten und Weintrauben genötigt und erhalten dafür sehr günstigen Raki (die Frau sagte dazu: Der ist nicht für Touristen, den trinken wir selber, das ist was ordentliches) und feines Olivenöl, beides natürlich hausgemacht. Nachdem auch der Austausch von Nachrichten und Familienfotos gut über die Bühne gegangen war, machen wir uns noch auf eine kurze Besichtigungstour.

Das malerische Dörfchen ist auf römischen und venezianischen Ruinen erbaut - und in ihnen, sowie aus ihnen. Überall im Dorfbild sieht man die Überreste. Die Jungfrauenkapelle, die Wasserfällchen und die 2000 Jahre alte Platane etwas außerhalb sehe ich leider nicht, da es wie auf der Hinfahrt auch schon anfängt, heftigst zu regnen, und die Straße dorthin sich von einem Feldweg in ein Schlammloch verwandelt.

Zurück