Ausflug nach Gortis, Festos, Matala und Spili

Gortis ist eine alte Römerstadt in der Messara - Ebene, der größten und fruchtbarsten Tiefebene Kretas. Titus, der mit Paulus zusammen hier angelandet sein soll, war der erste christliche Missionar Kretas. In Gortis steht seine Basilika, in der trotz des Zustandes ab und zu im Jahr Gottesdienste abgehalten werden.

Als Baumaterialien verwendet, ist das in Steinblöcke eingemeißelte Stadtrecht von Gortis (ca. 500 v.C.) erhalten geblieben. Es soll auf die Rechtsprechung Salomons zurück gehen und zeichnet ein sehr differenziertes Bild der Gesellschaft.

Die immergrüne Platane ist ein botanisches Wunder. Sie verliert ihre Blätter nicht und ist immer grün (botanisch erwiesen). Sie soll so alt sein, dass unter ihr Zeus und Europa die minoischen Könige zeugten, eine Drillingsgeburt, weswegen heute noch schwangere Frauen von der Rinde klauen und sie essen, um Jungen zu bekommen. Das Alter ist botanisch widerlegt, so alt ist der Baum nun auch wieder nicht. Die Botaniker haben lange rumgerätselt, wieso ausgerechnet dieser Baum seine Blätter nicht verliert. Wurden Ableger genommen, so verhielten sie sich wie "normale" Platanen und warfen im Herbst brav ihre Blätter ab. Inzwischen sind sie auf des Rätsels Lösung gekommen - es hängt davon ab, von wo man den Ableger nimmt, und so stehen inzwischen an ausgesuchten Orten Kretas Abkömmlinge der immergrünen Platane. Dafür wurde er zur eigenen Platanenunterart ernannt.

Dann gings weiter nach Festos, wo die Ruinen des Zwillingspalastes von Knossos zu bewundern sind. Hier wurde allerdings "klassisch" ausgegraben, so dass aus archäologischer Sicht weitaus mehr verlässliche Informationen gefunden wurden. Hier wird auch immer noch weitergegraben. Der Palast liegt wunderschön, auf einem kleinen Hügel in der Ebene, und ich war sehr froh, dass ich mir am Vortag einen Sonnenhut gekauft hatte, sonst hätte ich mit Sicherheit einen Sonnenstich gekriegt.

Die Mittagspause verbrachten wir in Matala an der Südküste. Dort war es noch heißer, wie es in Kreta nun mal üblich ist. Hier ging Zeus mit Europa an Land, in den 60er Jahren kamen die Hippies und besetzten die vermutlich bereits im Neolithikum bewohnten Höhlen in den Kalksteinfelsen. Inzwischen wurden sie von den Behörden und den Touristen vertrieben. In Matala ist nicht viel, außer dem Strand und den Höhlen, einem auch mit ausländischen Werken gut sortierten Buchladen und der Touristenabfertigungsmaschinerie. Außerdem war es viel zu heiß.

Der Rückweg führte uns dann noch über Spili, einem wirklich idylischen Bergdörfchen. Das Quellwasser dort ist so gut, dass es heißt wer davon trinkt, bleibe ewig jung und gesund. Die Brunnenanlage ist übrigens auch venezianisch.

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